Essaouira – Ounagha

Die Amerikanerin, Alex, hat uns zum Frühstück und zum Wäschewaschen eingeladen. Sie wohnt mit den Söhnen Nikko, 11, und Oli, 5,  in einer möblierten Wohnung nicht weit vom Carrefour. In der Wohnung hängt das Portrait eines Mannes, der nicht der König ist. Alex sagt, es sei der Hausbesitzer. Oli hat ein schwarzes Geheimagentenkostüm an, Toni ihr rosa Tütü.

Zum ersten Mal seit der US-Wahl unterhalten wir uns mit einer Amerikanerin über Trump. Es ist erstaunlich. Sie meint, Trump sei schlimm, aber Clinton sei genauso schlimm. Und am schlimmsten sei der Hass beider Lager aufeinander. Die Medien beiderseits würden nur Propaganda verbreiten und Fakten verschweigen. Normalerweise erkundige ich mich bei so pauschaler Medienschelte gern nach Beispielen und Belegen und lasse mir erklären, woher diejenige, die da schilt, denn ihrerseits ihre Informationen bezieht, und wie es kommt, dass sie so sicher Propaganda und Fakten zu unterscheiden vermag – aber die Kinder machen so einen Radau, dass ich mich einem anstrengenden Berufsgespräch auf englisch nicht gewachsen fühle.

Mit sauberer Wäsche rollen wir davon, den nächsten Erledigungen entgegen. Wir brauchen noch einen Schlauch fürs Waschbecken.

In Ounagha stehen die vier hohen Wände für unsere Möbel schon vor Alis Werkstatt. Sie sehen schön aus, allerdings noch sehr roh. Es sind eigentlich nur die zusammengeleimten Holzlatten.

Wir fragen Ali, ob er wie angekündigt morgen loslegt, er sagt, nein, übermorgen. Wir sind verstimmt, denn ich hatte vor ein paar Tagen extra angerufen und mir bestätigen lassen, dass es beim ausgemachten Termin bleibt. Erst ein paar Tage später fällt uns auf, dass der Fehler bei uns liegt. Wir sind aus Versehen einen Tag früher als vereinbart in Ounagha eingetroffen.

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