heiße Quelle – Plage Blanche

Basti und Leo machen sich reisefertig, wir auch. Vorher tauschen wir noch Hörspiele, und Basti gibt uns Tipps für die Route. Sie sind jeden Winter monatelang hier. In ihrem Land Rover haben sie ein Surfbrett, einen Paraglide-Schirm und wahrscheinlich eine Tonne Werkzeug, um jede Panne in der Wüste selbst zu beheben. Volker fühlt sich angesichts Bastis offensichtlicher Kompetenz gleich wieder ganz minderwertig.

Basti und Leo steigen in ihren Land Rover und brettern davon, als wäre die Sandpiste eine deutsche Autobahn. Wir zuckeln im Schritttempo los, ich habe beide Kinder vorne auf dem Schoß, damit Peppi nicht einschläft und Toni nicht durchdreht, es ist noch früh. Wir wollen am Marjane in Guelmim nochmal einkaufen, danach ist erst Mittagsschlaf, sonst schaffen wir unsere Etappe nicht.

Am Marjane-Parkplatz großes Reisemobil-Aufgebot, wir stellen uns neben einen anderen Düdo mit deutschem Kennzeichen, aber auch da sind Rentner drin, stellen sich sogleich als „alte Afrika-Hasen“ vor, und sagen, dass an der Plage Blanche, wo wir hin wollen, die Wohnmobile neuerdings von der Polizei vertrieben würden: „Die Plage Blanche ist dicht.“ Was auch immer das heißen mag.

Auf dem Marjane-Klo gucke ich in den Spiegel, zum ersten Mal seit ein paar Tagen. Ich habe gespürt, dass meine Haare sich klebrig und voluminös anfühlen, seit sie in der heißen Quelle waren, dachte aber, dass das ganz gut aussähe. Tut es nicht. Ich sehe aus wie Tingel-Tangel-Bob.

Wir fahren trotz der unkenden Rentner zur Plage Blanche. Auf den 60 Kilometern dahin kommt uns ein einziges Auto entgegen. Links und rechts Weite, hier wohnt kein Mensch, hier ist kein Mensch. Die Landschaft ist nochmal anders als die Wüste in der wir die letzten Tage waren, hügeliger, dunkler. Der Sandstrand am Ende dieser Straße ins Nirgendwo ist wirklich riesig, mehrere hundert Meter breit, und erstreckt sich links und rechts so weit das Auge reicht. Die Flussmündung versickert, bevor sie das Meer erreicht. Dahinter neigt sich die Sonne schon dem Horizont entgegen.

Wir kochen drin mit dem neuen Campingkocher, den ich auf dem Markt in Sidi Ifni besorgt habe. Das Kochen drin geht so schnell, dass Volker endlich einsieht, dass der Düdo-Innen-Umbau, der uns eine Kochmulde bescheren wird, wirklich höchste Priorität hat.

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