Oualidia – Bhibah

Am nächsten Morgen ist Volker krank, ihm war die ganze Nacht schlecht, er vermutet von der roten scharfen Sauce, die bei den gebratenen Sardinen dabei war, die ich gestern in der Stadt besorgt habe. Er konnte vor Übelkeit nicht schlafen, hat sogar gekotzt, irgendwo zwischen Parkplatz und den vermüllten Teichen. Ich stehe alleine mit den Kindern auf, wir frühstücken, sie machen gut mit, es geht ganz leicht. Irgendwann rappelt er sich auf, wir wollen ja auch los. Runter von diesem verkackten Rentnerparkplatz. A propos. Die Österreicherin hat sich Gummihandschuhe übergestülpt und ihre Klo-Kassette aus der Flanke ihres Womos gefummelt. Mit dem Ding in der Hand spaziert sie, am helllichten Tag, in das Sumpfgebiet neben dem Parkplatz. Toni hat da mit den englischen Boys gestern Kaulquappen gefangen. Der Himmel wird zu einer dunklen Gewitterwolke. Als wir losfahren, fallen die ersten Tropfen.

Der Hammam-Besuch.

Verstört vom Hammam-Besuch fahren wir Richtung Süden. Also verstört bin nur ich. Peppi ist nicht verstörter als nach jedem anderen Bad. Toni so erschöpft, dass sie sofort einschläft. Wir wollen weit kommen, 130 Kilometer Küstenstraße, steuern einen in unserem Reiseführer als traumhaft angepriesenen Campingplatz an. Die Landschaft wird wilder, gefällt uns immer besser. Leider können wir nie bei Verkaufsständen am Straßenrand halten, weil die Kinder davon aufwachen würden.

Zum Campingplatz führt eine Matschpiste. Schlaglöcher voller Schlamm. Aber die Piste ist befahren, Riesen-LKWs transportieren hier – ja, was wohl, Kies? Lehm? Schlamm? – ab, wenn die es schaffen, schafft es der Düdo auch. Wir sind aber die einzigen Gäste, die sich bis zum Campingplatz durchgematscht haben, der eher eine Appartementanlage ist. Hübsch, aber irgendwie gruselig, dass außer uns hier kein Mensch ist. Volker fühlt sich an Psycho von Hitchcock erinnert. Ein riesiger Schäferhund bewacht den Eingang und lässt uns fast nicht wieder rein, als wir von unserem Ausflug durch den Matsch zum Strand zurückkommen.

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